In 3 Schritten zu einem guten Miteinander

Das Jahr 2021 geht zu Ende und die Diskussionskultur im Netz scheint einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben. Das ist dennoch kein Grund zu verzagen, es ist im Gegenteil umso wichtiger, dass wir jetzt alle unseren Teil für ein gutes Miteinander beitragen. Als Community Managerin habe ich bereits einige Communities heilen dürfen, die unter einer konfliktgeladenen und destruktiven Diskussionskultur litten. Deshalb schenke ich dir zu Weihnachten meine drei effektivsten Schritte, um ein gutes Miteinander in deiner Community zu (re)etablieren.

Schritt 1: Schaffe Orientierung mit einer Netiquette

Jedem Mitglied deiner Community muss klar sein, wie dort miteinander umgegangen werden soll. Was ist erwünscht? Wo liegen die Grenzen? Am besten geht jede Community mit Verhaltensrichtlinien in Form einer Netiquette an den Start. Eine solche Netiquette sorgt für Orientierung und schafft im Konfliktfall eine gute Grundlage für die Moderation. Hänge jedoch nicht zu sehr an deinen Regeln, denn nicht alles lässt sich darüber lösen. Nicht jedes Problem wirst du vorhersehen können und manchmal gibt es noch keine passende Lösung.

Richtlinien helfen deinen Mitgliedern, sich korrekt zu verhalten

Als Richtschnur für die Erstellung einer wirksamen Netiquette merke dir:

  • Formuliere positiv – keine Verbote, sondern Gebote.
  • Halte sie möglichst knapp -im Idealfall können deine Mitglieder sie ganz leicht auswendig lernen.
  • Aktualisiere sie regelmäßig, denn genau so, wie die Gesellschaft und deine Community sich weiterentwickeln, sollte sich auch deine Netiquette weiterentwickeln. Und denke daran, deine Mitglieder über jedes Update zu informieren. Transparenz ist oberstes Gebot!

Wenn du verpasst hast, eine Netiquette zu erstellen, zeichnen sich die ersten Konflikte eventuell bereits ab. Da hilft nur: Offenheit. Sprich an, dass der Umgang miteinander in dieser Form der Community nicht hilft und starte einen Dialog, um gemeinsam Richtlinien für das Miteinander zu definieren.

Schritt 2: Moderiere frühzeitig

Moderation ist weit mehr als das Löschen ungeeigneter Beiträge. Sie setzt im Idealfall schon viel früher an, indem du beispielsweise jedes neue Mitglied auf die Netiquette hinweist. Nimm neue Mitglieder an die Hand bei ihren ersten unsicheren Schritten in deiner Community. Verhilf ihnen zu einem guten ersten Eindruck. Finde zum Beispiel durch Begrüßungsfragen heraus, warum sie Teil deiner Community geworden sind, und zeige ihnen die Diskussionen, die zu ihrem Anliegen passen. Auf diese Weise gibst du neuen Mitgliedern Sicherheit und sie sind entspannter im Dialog mit den bestehenden Mitgliedern. Viele Konflikte lassen sich so von vornherein vermeiden.

Gute Moderation weist die Richtung und lässt laufen

Wenn doch mal etwas hitziger diskutiert wird, greife nicht erst ein, wenn die Diskussion nur noch aus persönlichen Anfeindungen besteht. Bitte frühzeitig um einen möglichst sachlichen und toleranten Umgang miteinander und gib den Diskussionsteilnehmern Orientierung, indem du beispielsweise die Kernaussagen der Diskussion kurz zusammenfasst und mit einigen dazu passenden Fragen den Weg zurück auf die Sachebene weist.

Schritt 3: Fördere vorbildliches Verhalten

Einer der häufigsten Fehler im Community Management besteht darin, dass die ganze Aufmerksamkeit den Problemfällen gewidmet wird und vorbildliches Verhalten unkommentiert als selbstverständlich hingenommen. Wenn du nicht möchtest, dass eine kleine Anzahl von Streitsüchtigen das Miteinander in deiner Community dominieren, solltest du das Positive von Anfang an fördern.

Wir Menschen sehnen uns nach Aufmerksamkeit; wenn wir sie vor allem dann bekommen, wenn wir ungemütlich werden, konditioniert uns das zu immer auffälligerem Verhalten. Das mächtigste Werkzeug, das wir als Community Manager zur Moderation unserer Community haben, ist Wertschätzung. Wenn wir die Mitglieder wertschätzen, die unsere Community konstruktiv mitgestalten, fördern wir dieses positive Verhalten. Wertschätzen wir diese Mitglieder für alle sichtbar, beispielsweise, indem wir uns öffentlich für deren Beiträge bedanken, schaffen wir Vorbilder. So wird es Störenfrieden schwerfallen, Unfrieden in der Community zu sähen, da diese sich selbst reguliert.

Ein öffentliches Dankeschön fördert vorbildliches Verhalten
Das mächtigste Werkzeug, das wir als Community Manager zur Moderation unserer Community haben, ist Wertschätzung

Auch wenn es derzeit oft anders erscheinen mag – es macht den Menschen keinen Spaß, sich übereinander aufzuregen und gegeneinander zu diskutieren. Wir alle fühlen uns wohler, wenn wir das Gefühl haben, dass ein positives Miteinander herrscht. Jede*r von uns kann im Kleinen etwas dafür tun, dass die Welt wieder ein Stückchen freundlicher wird. Indem wir selbst mit gutem Beispiel voran gehen, freundlich und verständnisvoll sind und diejenigen wertschätzen, die einen guten Umgang pflegen. Lasst uns das zum wichtigsten Vorsatz für das neue Jahr machen oder besser: jetzt gleich damit beginnen.

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